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Bedeutet der Strichcode 400 bis 440, dass ein Produkt deutsch ist?

Ratgeber: Was die Präfixe 400 bis 440 von GS1 Germany verraten, was nicht, und wie Sie Herkunft und Eigentümer einer Ware selbst prüfen.

Veröffentlicht 21. Oktober 2026

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Ein unbeschriftetes Honigglas liegt auf einer hellen Holzkiste im Supermarkt, das weiße Rückenetikett mit einem Strichcode ohne lesbare Ziffern und kleiner unleserlicher Schrift nach oben, darauf eine runde Messinglupe, im unscharfen Hintergrund Gläser ohne Etiketten und ein matt roter Preisclip, kühles Morgenlicht von links, schräg von oben fotografiert
Der Strichcode verrät, wo die Nummer vergeben wurde, nicht wo das Glas gefüllt wurde. Illustrationsfoto (KI-generiert).

Nein. Ein Strichcode, der mit 400 bis 440 beginnt, zeigt nur, dass GS1 Germany die Nummer vergeben hat. Wo die Ware hergestellt wurde und wem die Marke gehört, verrät der Code nicht. Made O'Meter erklärt in diesem Ratgeber, was die Präfixe bedeuten, wo die Herkunft wirklich auf der Packung steht und wie Sie den Eigentümer einer Marke finden.

Kurz gesagt

  • GS1 Germany vergibt die Präfixe 400 bis 440, zeigt die Präfixliste von GS1.
  • GS1 schreibt selbst, dass die Präfixe nicht das Herkunftsland eines Produkts angeben.
  • Milka trägt oft eine Nummer mit 762 aus der Schweiz, wird vor allem in Lörrach hergestellt und gehört einem Konzern in den USA.
  • Herkunftsland und Anschrift stehen nach EU-Recht auf der Packung. Den ultimativen Eigentümer zeigt Made O'Meter.

Was bedeuten die Ziffern 400 bis 440 auf dem Strichcode?

Ein Strichcode, der mit 400 bis 440 beginnt, stammt aus dem Nummernkreis von GS1 Germany. GS1 ist eine weltweite Organisation, die Artikelnummern für den Handel verwaltet. Jedes Land hat eine eigene GS1-Organisation mit eigenen Präfixen, zeigt die Übersicht von GS1 (abgerufen im Oktober 2026). Präfixe von 441 bis 449 stehen nicht in dieser Liste. Nicht aufgeführte Präfixe hält GS1 laut einer Fußnote für eine spätere Verwendung zurück.

Ein Unternehmen, das Mitglied bei GS1 Germany wird, erhält eine Basisnummer mit einem dieser Präfixe. Daraus bildet es für jeden Artikel die 13-stellige GTIN, die viele noch als EAN kennen. Auf das Präfix folgen die Nummer des Unternehmens, die Nummer des Artikels und eine Prüfziffer. Ein gedachtes Beispiel: Ein Hersteller mit Sitz in Hamburg lässt Kekse in Polen backen. Auf der Packung kann trotzdem eine Nummer mit 40 stehen, weil das Unternehmen seine Nummern bei GS1 Germany bezogen hat.

Warum sagt die 4 am Anfang nichts über das Herstellungsland?

Ein GS1-Präfix richtet sich nach dem Land, in dem ein Unternehmen seine Nummern beantragt, nicht nach dem Ort der Produktion. GS1 begründet das auf der eigenen Präfixliste damit, dass Unternehmen überall auf der Welt produzieren können. GS1 Austria formuliert es ähnlich: Die ersten drei Stellen nennen die Vergabestelle, aber keinen Hinweis auf die Herkunft einer Ware.

Behauptungen über Strichcodes kursieren trotzdem immer wieder in sozialen Medien. Der dpa-Faktencheck prüfte im Dezember 2023 eine solche Behauptung und stufte sie als irreführend ein. Barcode-Präfixe seien kein zuverlässiger Weg, um das Herkunftsland zu bestimmen, schrieb dpa.

Verrät der Strichcode, wem eine Marke gehört?

Nein, der Strichcode zeigt höchstens, welches Unternehmen die Nummer bei GS1 lizenziert hat. Dieses Unternehmen kann eine Landesgesellschaft oder eine Tochterfirma sein. GS1 bietet dafür auf seiner Website die Suche „Who owns this barcode?“ an. Sie nennt den Lizenznehmer der Nummer, aber nicht die Konzernmutter dahinter.

Made O'Meter nennt das Unternehmen, die Stiftung, die Familie oder den Staat an der Spitze der Eigentümerkette einer Marke den ultimativen Eigentümer. Am 23. September 2026 hatten 6.130 der 50.570 Marken in Made O'Meter einen ultimativen Eigentümer in Deutschland. Bei 7.588 Marken saß der ultimative Eigentümer in den USA, zeigen die Zahlen von Made O'Meter.

Was zeigt das Beispiel Milka?

Milka zeigt, dass Strichcode, Produktionsort und Eigentümer in drei verschiedene Länder führen können. Die Alpenmilch-Tafel von Milka trägt laut Open Food Facts die GTIN 7622201679958. Das Präfix 762 gehört zum Bereich 760 bis 769 von GS1 Switzerland. Hergestellt wird Milka aber vor allem im badischen Lörrach, wo seit 1880 Schokolade entsteht, berichtete Theobroma Cacao am 27. Mai 2026. Ein zweites Werk steht im österreichischen Bludenz, so Mondelēz International.

Milka gehört zu Mondelēz International, zeigt die Markenübersicht des Konzerns. Made O'Meter führt Mondelēz International, Inc. mit Sitz in den USA als ultimativen Eigentümer, etwa auf der Markenseite von Toblerone. Toblerone selbst trägt laut Open Food Facts die GTIN 7614500010013 mit dem Schweizer Präfix 761. Einen Teil der Toblerone-Produktion verlegte Mondelēz in die Slowakei, schrieb Quartz am 6. März 2023. Schokoladenmarken mit europäischem Eigentümer stellt Made O'Meter in 4 europäische Alternativen zu Milka und Toblerone vor.

Eine Tafel, drei Länder: die Nummer aus der Schweiz, die Schokolade aus Baden, der Eigentümer in den USA.

Welche Präfixe sieht man im Supermarkt, und was sagen sie aus?

Made O'Meters Präfix-Tabelle zeigt für häufige Präfixe, welche Vergabestelle dahintersteht, was das Präfix aussagt und was nicht. Grundlage ist die Präfixliste von GS1, abgerufen im Oktober 2026.

PräfixVergabestelleWas es sagtWas es nicht sagt
400 bis 440GS1 GermanyNummer wurde über GS1 Germany vergebenHerstellungsland, Herkunft der Zutaten, Eigentümer
441 bis 449Keine, laut GS1 reserviertBereich ist keiner GS1-Organisation zugeteiltDass eine Ware deutsch ist
900 bis 919GS1 AustriaNummer wurde über GS1 Austria vergebenHerstellungsland, Eigentümer
760 bis 769GS1 SwitzerlandNummer wurde über GS1 Switzerland vergeben, etwa bei Milka (7622)Dass die Ware in der Schweiz hergestellt wurde
570 bis 579GS1 DenmarkNummer wurde über GS1 Denmark vergebenHerstellungsland, Eigentümer
680 bis 681 und 690 bis 699GS1 ChinaNummer wurde über GS1 China vergebenHerstellungsland, Eigentümer
001 bis 019, 030 bis 039, 060 bis 139GS1 USNummer wurde über GS1 US vergebenDass die Ware aus den USA kommt
020 bis 029, 040 bis 049, 200 bis 299Interne NummernNummer gilt nur in einem Unternehmen oder einer RegionLand, Hersteller, Eigentümer
978 bis 979Bookland (ISBN)Artikel ist ein BuchLand des Verlags

Wo steht auf der Packung, woher ein Lebensmittel kommt?

Verlässlicher als der Strichcode sind die Pflichtangaben nach der Lebensmittelinformationsverordnung, Verordnung (EU) Nr. 1169/2011. Nach Artikel 9 muss jede Fertigpackung den Namen und die Anschrift des verantwortlichen Lebensmittelunternehmers nennen. Laut Artikel 8 ist das der Unternehmer, unter dessen Namen das Lebensmittel vermarktet wird, oder der Importeur. Bei Eigenmarken kann daher die Handelskette auf der Packung stehen und nicht der Hersteller.

Artikel 26 verlangt das Ursprungsland dann, wenn Verbraucher sonst getäuscht werden könnten. Pflicht ist es außerdem bei frischem, gekühltem und gefrorenem Fleisch von Schwein, Schaf, Ziege und Geflügel. Für Rindfleisch, Fisch, Obst und Gemüse, Honig und Olivenöl gelten Sonderregeln, erklärt die Europäische Kommission. Seit dem 1. April 2020 gilt zudem die Durchführungsverordnung (EU) 2018/775. Nennt eine Packung ein Herkunftsland und kommt die primäre Zutat von woanders, muss auch deren Herkunft angegeben werden.

Bei Fleisch, Wurst und Käse hilft das ovale Identitätskennzeichen nach Verordnung (EG) Nr. 853/2004. Es nennt das Land, etwa DE, die Zulassungsnummer des Betriebs und das Kürzel EG. Das Oval zeigt den Betrieb, der das Lebensmittel hergestellt oder verpackt hat. Woher die Tiere stammen und wem die Marke gehört, zeigt es nicht.

Wie prüfen Sie selbst, woher eine Ware kommt und wem die Marke gehört?

Fünf Schritte führen von der Packung zum Eigentümer.

  1. Ursprungsangabe suchen. Achten Sie auf Formulierungen wie „Ursprung“, „Herkunft“ oder „Hergestellt in“ in der Nähe der Zutatenliste.
  2. Anschrift lesen. Name und Anschrift des Lebensmittelunternehmers nach Artikel 9 der LMIV zeigen, wer die Ware in Verkehr bringt.
  3. Oval prüfen. Bei tierischen Lebensmitteln nennt das Identitätskennzeichen das Land und den Betrieb, der zuletzt verarbeitet oder verpackt hat.
  4. Strichcode richtig einordnen. Das Präfix nennt nur die GS1-Vergabestelle. Mit der GS1-Suche „Who owns this barcode?“ finden Sie den Lizenznehmer.
  5. Marke nachschlagen. Made O'Meter zeigt ultimativen Eigentümer, Land des Eigentümers, Herkunft der Marke und Produktionsland, jeweils mit Quellen und einem Sicherheitsniveau von höchstens 95 Prozent.

Ein gedachtes Beispiel: Auf einem Glas Honig mit einer Nummer ab 40 steht die Anschrift einer Abfüllerei in Bayern. Erst die Herkunftsangabe auf dem Etikett verrät, aus welchen Ländern der Honig stammt. Und erst die Suche nach der Marke in Made O'Meter zeigt, wem die Abfüllerei am Ende gehört. In der App von Made O'Meter für iPhone und Android können Sie dafür auch direkt den Strichcode scannen.

Zuletzt überarbeitet am 22. Oktober 2026. Quellen abgerufen im Oktober 2026; Zahlen von Made O'Meter mit Stand 23. September 2026.

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Fragen und Antworten

Ist ein Produkt mit einem Strichcode ab 40 aus Deutschland?

Nicht unbedingt. Präfixe von 400 bis 440 vergibt GS1 Germany an Unternehmen, die dort Nummern beantragen. GS1 schreibt auf seiner Präfixliste, dass die Präfixe kein Herkunftsland angeben, weil Unternehmen überall auf der Welt produzieren können. Quelle: GS1, abgerufen im Oktober 2026.

Welches Land steht hinter dem Strichcode 762?

Präfixe von 760 bis 769 vergibt GS1 Switzerland. Die Alpenmilch-Tafel von Milka trägt laut Open Food Facts die GTIN 7622201679958, obwohl Milka vor allem in Lörrach hergestellt wird und zu Mondelēz International in den USA gehört. Quellen: GS1, Open Food Facts und Mondelēz International.

Was bedeutet ein Strichcode, der mit 2 beginnt?

GS1 reserviert die Präfixe 200 bis 299 für Nummern, die nur innerhalb einer Region gelten, welche die nationale GS1-Organisation festlegt. Solche Nummern sind nicht weltweit eindeutig und sagen nichts über Land, Hersteller oder Eigentümer. Quelle: GS1, abgerufen im Oktober 2026.

Muss das Herkunftsland auf Lebensmitteln stehen?

Nur in bestimmten Fällen. Artikel 26 der Lebensmittelinformationsverordnung (EU) Nr. 1169/2011 verlangt das Ursprungsland, wenn sonst eine Täuschung droht, und bei frischem Fleisch von Schwein, Schaf, Ziege und Geflügel. Für Rindfleisch, Fisch, Obst, Gemüse, Honig und Olivenöl gelten Sonderregeln. Quellen: EUR-Lex und Europäische Kommission.

Was bedeutet das ovale Zeichen auf Wurst und Käse?

Ein ovales Identitätskennzeichen nach Verordnung (EG) Nr. 853/2004 nennt das Land, etwa DE, die Zulassungsnummer des Betriebs und das Kürzel EG. Es zeigt den Betrieb, der das tierische Lebensmittel hergestellt oder verpackt hat, nicht die Herkunft der Tiere oder den Eigentümer der Marke. Quelle: EUR-Lex.

Wie finde ich heraus, wem eine Marke gehört?

Made O'Meter zeigt den ultimativen Eigentümer, das Land des Eigentümers, die Herkunft der Marke und das Produktionsland. Scannen Sie dazu den Strichcode in der App für iPhone oder Android, oder suchen Sie auf madeometer.com. Am 23. September 2026 hatten 6.130 Marken in Made O'Meter einen ultimativen Eigentümer in Deutschland. Quelle: Made O'Meter.

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Made O'Meter verwendet KI-gestützte Analysen, um den Produktionsursprung abzuschätzen. Die Ergebnisse sind nicht immer 100 % genau.

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